Verletzlich

Auf Wunsch der Leser/innen des Abendblatts, für das sie als Reporterin arbeitet, rollt Annika Bengtzon den Fall der Stripperin Josefin wieder auf, die auf einem Friedhof ermordet wurde und deren Mörder nie gefunden wurde (s. "Studio Verletzlich 6", BP 01/763). Gleichzeitig füllen Neuigkeiten über den Prozess gegen Ivar Berglund die Presse. Er wird eines schweren Gewaltverbrechen angeklagt (s. "Jagd", BP/mp 15/423), in das auch Annika involviert war, konnte aber bisher nicht überführt werden. Annika leidet seitdem unter Panikattacken. Ihr einziger wirklicher Halt ist ihr neuer Lebensgefährte Jimmy, während ihr Ex-Mann ihr das Leben schwer macht, wo er kann. Dann verschwindet auch noch ihre Schwester, zu der sie allerdings nie ein enges Verhältnis hatte. Annika macht sich auf die Suche und gerät in einen Hinterhalt. - Die Geschichte wirkt von Beginn an zerfahren, Marklund verzettelt sich mit zu vielen Handlungssträngen und Bezügen auf frühere Geschehnisse. Die Ereignisse plätschern - für den Leser nur mit Mühe nachvollziehbar - über unzählige Seiten dahin, ehe es im Schlussspurt zu einem vorhersehbaren und einfallslosen Showdown kommt. Viele banale Sätze über uninteressante Details ("Annika biss in einen Keks, er zerkrümelte im Mund.") steigern die Langeweile. Die Figuren werden immer blasser, Annika und die Polizistin Nina (s. Vorgängerbände) sind so flach, dass sie austauschbar scheinen. Marklund kann hier in keiner Weise an frühere Erfolge anschließen. Trotzdem ist für den Abschlussband der Serie um Annika Bengtzon mit Nachfrage zu rechnen. (Übers.: Dagmar Lendt)

Ulrike Braeckevelt

Ulrike Braeckevelt

rezensiert für den Borromäusverein.

Verletzlich

Verletzlich

Liza Marklund
Ullstein (2016)

348 S.
kt.

MedienNr.: 585493
ISBN 978-3-550-08062-3
9783550080623
ca. 14,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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