Frankenstein
Ein junger Provinzmediziner schreibt einen Brief an Mary Shelley, die Autorin des Erfolgsromans "Frankenstein". Darin hinterfragt er die im Buch beschriebene Methode zur Herstellung künstlichen Lebens nach ihrer Glaubwürdigkeit. Er selbst unternahm
in der Vergangenheit ein Leichenexperiment mit unglücklichem Ausgang. "Der Tod duldet keinen Betrug", steht als Fazit von Ralf Königs Hommage an einen Gruselklassiker. Diese verbindet er mit einem düsteren Provinz- und Charakterporträt samt homoerotischem Unterton. Hier dient das verbotene Unterfangen dem Wunsch nach einem Begleiter und der Beendigung der eigenen Einsamkeit. Trotz vertrauter Knollennasenmännchen und ironischem Tonfall strebt König eine stärker realistische, melancholische Stimmung in Kombination mit einer unheimlich-grünlichen Farbgebung an.
Gregor Ries
rezensiert für den Borromäusverein.

Frankenstein
Mary Shelley ; Ralf König
Carlsen Verlag (2020)
Die Unheimlichen
59 Seiten : farbig
fest geb.