Das Guantanamo Tagebuch

Zwar musste die US-Regierung diese Aufzeichnungen des Guantanamohäftlings freigeben, aber durch Zensur - über 2500 Schwärzungen sind in dem Buch vorhanden - hat sie massiv eingegriffen. Nach einer Chronik der Freiheitsberaubung Das Guantanamo Tagebuch und einer ausführlichen Einleitung des Herausgebers über die Geschichte der Freigabe und über das Schicksal Mohamedous erzählt der Autor, der sich nach wie vor als unschuldiger Gefangener im unmöglichen Camp Echo auf Guantanamo befindet, seine alptraumhaften Erlebnisse mit dem amerikanischen Geheimdienst. Mohamedou, der in Deutschland Elektrotechnik studierte, wird 2001 zu Hause in Mauretanien zu einem Gespräch auf die Polizeistation gebeten, dort von den Amerikanern übernommen, in einem Geheimflug nach Amman in Jordanien geschafft und von dort nach Bagram in Afghanistan und schließlich nach Guantanamo. In seinen Berichten über die an ihm ausgeübten Foltermethoden und über die Begegnung mit seinen Peinigern bleibt er sachlich, nüchtern, ja sogar fair und ohne Hass und macht damit dieses Tagebuch zu einem menschlich anrührenden Dokument, das dem US-Geheimdienst und den Behörden ein miserables Zeugnis ausstellt. Es sollte in keiner Bücherei fehlen.

Helmut Eggl

Helmut Eggl

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Das Guantanamo Tagebuch

Das Guantanamo Tagebuch

Mohamedou Ould Slahi
Tropen (2015)

Sachbuch
459 S.
kt.

MedienNr.: 578896
ISBN 978-3-608-50330-2
9783608503302
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ge, Bi
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