Als Medea Rache übte und die Liebe fand

Tamar Tandaschwili, Schriftstellerin, Psychologin und Aktivistin für die Rechte sexueller Minderheiten, rechnet mit der georgischen Gesellschaft ab. Ihre Romanfigur, die Journalistin Tina Sumbadse, findet in einem Hotelzimmer brisante Dokumente über Als Medea Rache übte und die Liebe fand einen Fall von Gruppenvergewaltigung eines jungen Mädchens, die als Erwachsene unter massiven psychischen Störungen leidet. Das ist jedoch nur die Spitze des Eisbergs und Tina macht sich auf die Suche nach weiteren Fällen. Später lernen wir die Sexarbeiterin Monika kennen - sie war früher ein Mann und hat zurzeit nur eine Kundin - ein junges Mädchen, das psychisch beeinträchtigt ist und nur durch Berührungen zur Ruhe kommt. Scheinbar zusammenhanglos präsentiert die Autorin ihre Geschichten, die immer auf die prekäre Situation sexueller Minderheiten aufmerksam machen. In ihrer Offenheit und Radikalität setzt die Autorin ein Zeichen für die Rechte queerer Menschen. Damit thematisiert sie ein auch in vielen anderen europäischen Gesellschaften verbreitetes Problem, weshalb der Roman nicht nur für Georgien relevant ist.

Martina Häusler

Martina Häusler

rezensiert für den Borromäusverein.

Als Medea Rache übte und die Liebe fand

Als Medea Rache übte und die Liebe fand

Tamar Tandaschwili ; aus dem Georgischen übersetzt von Tamar Muskhelischweili
Residenz Verlag (2021)

142 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 974583
ISBN 978-3-7017-1737-8
9783701717378
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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