Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume

Die meisten Kinder des Kindertransports kamen in schwedischen Pflegefamilien unter. Otto blieb lange im Kinderheim und arbeitete dann als Gärtner bei verschiedenen Familien. Schließlich wurde er 1944 Jungknecht auf dem Hof der Familie Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume Kamprad. Mit dem fast gleichaltrigen Ingvar Kamprad (dem Gründer der Firma IKEA) freundete Otto sich an. Ingvar war damals Anhänger der schwedischen Nationalsozialisten. Der als zornig charakterisierte Otto begann erst am Ende seines Lebens, auf Nachfragen seiner Tochter, über die eigene Jugend zu sprechen. Ihr übergab er dann auch die Briefe seiner Eltern und einige Fotos. Hauptbestandteil des Buches sind lange Zitate aus den Briefen der Eltern - ein authentisches Bild der Sehnsucht, der Hoffnung und des Leids. Weitere Quellen sind zahlreiche Interviews u.a. mit Ottos Frau und Kindern sowie mit Ingvar Kamprad und dessen Schwester. Die schwedische Autorin und Journalistin informiert in diesem umfangreichen Buch auch über die Geschichte schwedischer Nazis, die schwedische Flüchtlingspolitik während der Zeit des Dritten Reichs, einige Details der schwedischen Israelmission und die Familiengeschichte von Ingvar Kamprad. Alles in allem ein gut lesbares, sehr interessantes Buch. Empfehlenswert.

Eva Richter

Eva Richter

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume

Und im Wienerwald stehen noch immer die Bäume

Elisabeth Asbrik
Arche (2014)

409 S.
fest geb.

MedienNr.: 402743
ISBN 978-3-7160-2710-3
9783716027103
ca. 24,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Bi
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