Farben der Nacht

Tiflis in Georgien, im Jahr 2012. Vor dem Hintergrund der Unruhen anlässlich der Präsidentschaftswahlen lebt der junge Surab mit seiner Frau Tina und zwei Kindern in einem Mietshaus. Surab leidet unter seiner Arbeitslosigkeit. Eines Farben der Nacht Nachts beobachtet er seinen neuen Nachbarn Schotiko, wie er einen fremden Mann für erotische Stunden empfängt. Gebannt verfolgt Surab das Geschehen Nacht für Nacht mit seinem Fotoapparat. Gleichzeitig entfremden er und Tina sich immer mehr, die in der Arbeit einen neuen Kollegen bekommt, Nuri, in den sie sich hemmungslos verliebt. Eines Nachts sieht Surab, wie Schotiko von seinem Liebhaber Merab, einem hohen politischen Funktionär, erschlagen wird. Surab besucht Merab am nächsten Tag und erpresst eine Anstellung bei ihm. Doch es ist zu spät: Merab erschießt sich und Tina entscheidet sich dafür, ihre Familie zu verlassen. - Davit Gabunia ist einer der bekanntesten georgischen Dramatiker. "Farben der Nacht" ist sein erster Roman. Und er zeigt, dass er auch in diesem Genre gut ist: Mit viel Empathie beschreibt der Autor, wie seine Protagonisten verzweifelt versuchen, ihr Leben wiederzufinden. Der ganze Roman besteht aus inneren Monologen; doch Gabunias Stil ist einerseits so schnörkellos, andererseits so eindringlich, dass er den Leser schnell fesselt. Dieses Buch ist es wirklich wert, gelesen zu werden. (Übers.: Rachel Gratzfeld)

Günter Bielemeier

Günter Bielemeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Farben der Nacht

Farben der Nacht

Davit Gabunia
Rowohlt Berlin (2018)

186 S.
fest geb.

MedienNr.: 895699
ISBN 978-3-7371-0041-0
9783737100410
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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