Raffael und die Madonna

Nördlich der Alpen befindet sich kaum ein anderes Bild der italienischen Renaissance, das ähnlich wie die Sixtinische Madonna Raffaels eine so große Strahlkraft und Berühmtheit hat. Der Katalog zur Ausstellung der staatlichen Kunstsammlungen Raffael und die Madonna Dresden 2020/2021, stellt die Geschichte und Ikonografie des Raffael-Bildes im zentralen Aufsatz von Peter Stephan ebenso interessant und verständlich dar, wie er einen Blick auf andere berühmte Madonnendarstellungen der Zeit und auf Raffael als führenden Renaissancemaler wirft. Der Leser wird eingeführt in die Bedeutung und Stilistik der Madonnenmalerei Italiens des 15. Jahrhunderts und erhält auch einen Hinweis, warum in der Ausstellung vor der Sixtina ein Cruzifix nach Donatello aufgestellt wurde. Die überschaubare Zahl von Exponaten und ihre hervorragende drucktechnische Wiedergabe sowie die Aufsätze und Angaben zu den Bildern bringen dem Leser/Betrachter den Umgang mit der Mutter Gottes in der Renaissancekunst gut und dem aktuellen Stand der Forschung gemäß nahe. Eine Nähe, die es in unserer Zeit vollkommen weltlicher Bildikonen durchaus bedarf. Den größeren Beständen mit Kunstschwerpunkt sei darum der Katalog sehr empfohlen.

Helmut Krebs

Helmut Krebs

rezensiert für den Borromäusverein.

Raffael und die Madonna

Raffael und die Madonna

Herausgeber: Stephan Koja
Hirmer (2020)

152 Seiten : zahlreiche Illustrationen (farbig)
fest geb.

MedienNr.: 601495
ISBN 978-3-7774-3617-3
9783777436173
ca. 29,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Ku
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