10 kleine Schäfchen halten ein Schläfchen
Am Anfang sind die zehn Schäfchen noch hellwach. Sie spielen Ball. Nur einem wird langweilig und es schläft ein. So wird aus der Zehner- eine Neunergruppe. In diesem Stil geht es weiter. Auf jeder der Doppelseiten aus dicker Pappe gibt es eine nette Szene zu sehen, z.B. während eines Faschingsfests, auf einer Theaterbühne, im Freien beim Fallschirmspringen, in der Badewanne. Jedes Mal schläft eines der kleinen Schafe ein und dezimiert so die Zahl der verbleibenden Akteure kontinuierlich. Damit die Bilderbuchbetrachter das nachvollziehen können, gibt es am rechten Rand eine Griffleiste, die alle verbliebenen Tiere in ihrem bunten Fell nochmals verkleinert abbildet. Nachdem nur noch das gelbe Schäfchen übriggeblieben ist und in der Nacht mutterseelenalleine einen Pulli strickt, folgt die allerletzte Seite. Hier liegen alle zehn Schäfchen tief und fest schlafend im Gras. Sie sind als Vorbilder gedacht, damit die jungen Bildbetrachter es ihnen nachmachen und ebenfalls schnell einschlummern. Neben der akzeptablen pädagogischen Absicht ist der Text besonders zu erwähnen. Die Autorin reimt munter darauf los und geht recht großzügig mit dem Versmaß um. Wen also unreine Reime und eine holprige Metrik nicht stören, der lese das farbenprächtige Bilderbuch vor und hoffe, dass es die Zuhörer müde macht.
Martina Mattes
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
10 kleine Schäfchen halten ein Schläfchen
[Ill. von Marina Rachner. Text von Franziska Gehm]
Loewe (2013)
[12] Bl. : überw. Ill. (farb.)
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 2