Die Pantherin

Die titelgebende Erzählung zeigt sehr eindrucksvoll, dass manche Entscheidungen das Leben unwiderruflich bestimmen - zum Glück oder Unglück. Die Pantherin, eine begnadete junge Billardspielerin, die alle Konkurrenten geschlagen Die Pantherin hat, tritt zuletzt gegen einen berühmten, nicht minder erfolgreichen Gegner an, den "Engländer", der als einer der "fähigsten Spieler des Jahrhunderts" (S. 43) gilt, und überdies ein unglaublich betörender eleganter junger Mann ist. Beide sind gleichermaßen voneinander fasziniert und so kommt es, dass ihr Gegner als Wetteinsatz verlangt, dass die Pantherin zu ihm kommen müsse, falls sie verlöre. Und so entwickelt sich die Partie zu einem unerhört fesselnden Liebeswerben, in dessen Verlauf aber beide das Ziel, das sie unbewusst ersehnen, nämlich die erotische Vereinigung, aus eigener Schuld verfehlen. Dramatischer Höhepunkt ist der von dem jugendlichen Erzähler lapidar mitgeteilte Selbstmord des Engländers. Weniger dramatisch, wenngleich ebenso berührend und spannend die zweite etwas kürzere Erzählung, in der ein junges Mädchen sich ihrem kranken Vater zuliebe in höchste Gefahr begibt. - Beide Erzählungen machen verständlich, dass der vielseitige Autor zu den "erfolgreichsten und bekanntesten Autoren Italiens" (Umschlag) zählt. Schon die eigenwillig geschmackvolle Gestaltung dieses schmalen Leinenbändchens mag manchen Leser verführen, zu dieser fesselnden Lektüre zu greifen. Er wird dies sicher nicht bereuen.

Helmer Passon

Helmer Passon

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Die Pantherin

Die Pantherin

Stefano Benni
Wagenbach (2016)

Salto ; 218
89 S. : Ill.
fest geb.

MedienNr.: 837266
ISBN 978-3-8031-1317-7
9783803113177
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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