Hinter Mauern

Die Geschichte beginnt 1961, als der sogenannte antifaschistische Schutzwall die DDR endgültig vom Westen abtrennte. Sie beleuchtet das weitere Leben von Konrad (Konni) und seinen Freunden, die 1968 eine illegale Künstlerkommune Hinter Mauern in Leipzig gründeten und immer wieder mit der Staatsmacht in Konflikt gerieten. Für Konni bedeutete das den Verlust seines Studienplatzes und schließlich Gefängnisaufenthalt wegen versuchter Republikflucht. Bedrückend wird die Enge in einem Land beschrieben, in dem an jeder Ecke Spitzel lauern. Jedes Abweichen von der Norm der sozialistischen Einheitspartei wird streng bestraft. Konni entscheidet sich für den eigenen Weg, was ihm am Ende sogar Einzelhaft einbringt. Dem Wahnsinn nah, wird er von der BRD freigekauft. 25 Jahre später, nach dem Ende der DDR, erfährt er auch, welcher seiner Freunde ihn damals verriet - ebenfalls ein Opfer der Repressionen und Erpressungen. Hätte sich jener Freund auch anders entscheiden können? Was macht eine Diktatur mit den Menschen? Dieses Medium eignet sich besser für den Unterricht als reine Texte. Doch der Wunsch, die Schrecken einer Diktatur auf wenigen Seiten darzustellen, hat stark verdichtete Ereignisse zur Folge. Könnte als Geschichtslektion besonders Jugendliche ansprechen, doch es fehlen künstlerisch-ästhetische Anreize bei Grafik, Text und Geschichte. Es ist fraglich, ob jemand freiwillig auch außerhalb schulischer Notwendigkeit zu dem Band greifen wird. Trotzdem wäre gerade für Jugendliche die Aufarbeitung solcher Zeiten wichtig. Nur eingeschränkt empfehlenswert.

Lotte Schüler

Lotte Schüler

rezensiert für den Borromäusverein.

Hinter Mauern

Hinter Mauern

Die Zeitreisenden
Links (2018)

104 S. : überw. Ill. (farb.)
kt.

MedienNr.: 594476
ISBN 978-3-86153-999-5
9783861539995
ca. 15,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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