Mädchenmeute

Als die 15-jährige Charlotte im Ferien-Camp ankommt, trifft sie dort auf sieben andere Mädchen, die sich zunächst skeptisch beäugen. Schon am ersten Abend verschwindet Betreuerin Inken. Die Mädchen richten sich für die Nacht Mädchenmeute in den Baracken ein. Auch am nächsten Tag geschehen merkwürdige Dinge und die Mädchen beschließen, vom seltsamen Camp wegzugehen. Kurz entschlossen kapern sie ein Hundefängerauto und machen sich auf ins Erzgebirge, wo Annuschka einen geheimen Tunnel kennt. Beim abenteuerlichen Campieren im Wald können die Mädchen ihre jeweiligen Fähigkeiten unter Beweis stellen. - Ich-Erzählerin Charlotte beobachtet misstrauisch die gruppendynamischen Prozesse, schweift häufig ab und beschreibt detailreich die ganz alltäglichen Verrichtungen, praktisch wie in Zeitlupe und herangezoomt, und erzeugt so einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Die Handlung hält viel Unheimliches parat, verlässt aber letztendlich nicht die realistische Ebene. Als Leser fragt man sich, was machen die hier eigentlich? Pfadfinderspielen á la Dschungelcamp? Doch es steckt mehr dahinter. Charlotte bringt es auf den Punkt: "Eigentlich taten wir das, was unsere Eltern wollten. Wir waren in einem Ferien-Fun-Survival-Camp. ... Wir waren unsere eigenen Aufsichtspersonen" (S. 218). - Ein spannender Jugendroman in einer ganz eigenen Sprache, der auch Erwachsene begeistern wird.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Mädchenmeute

Mädchenmeute

Kirsten Fuchs
Rowohlt Berlin (2015)

462 S.
fest geb.

MedienNr.: 402449
ISBN 978-3-87134-764-1
9783871347641
ca. 19,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: J
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