Z wie bunt

Die eingebildeten Zebras sind den ganzen Tag damit beschäftigt, Selfies von sich zu zeigen. Das kleine Zebra kann dabei nicht mitmachen, weil es nur einen einzigen schwarzen Streifen hat und es sich nicht für fotogen hält. Seine Z wie bunt einsamen Spaziergänge geben ihm Gelegenheit, Merkwürdigkeiten zu entdecken und dabei seine Traurigkeit abzumildern. Dabei bemerkt es nicht, dass eine Veränderung mit ihm vorgeht. Sich nicht vom eitlen Gehabe der anderen beeindrucken zu lassen und die eigenen Besonderheiten wertzuschätzen, sind Fähigkeiten, die auf dem Weg zur Jugend entwickelt werden sollten. Es ist diesem Kinderbuch hoch anzurechnen, diesen Lernprozess fördern zu wollen. Ob die Erzählung von den melancholischen Wanderungen des jungen Helden dazu geeignet ist und ob etwas Tempo dem Fluss der Geschehnisse doch gut getan hätte, kann kritisch angemerkt werden. In den breiten Bildpanoramen ist aber solch eine Vielzahl an zauberhaften Miniaturgeschichten angelegt, die der Beschäftigung mit dem aktiven Part des Sehens dienlich sein können. Die außerordentlich schönen Gestaltungselemente - die abstrakten Farbmuster der Hintergründe, die ungewöhnliche Schrift, das passable Querformat und das gewichtige Papier - tragen ihren Teil dazu bei, das Lesen der Bilder zu einem Ereignis werden zu lassen.

Dominique Moldehn

Dominique Moldehn

rezensiert für den Borromäusverein.

Z wie bunt

Z wie bunt

Andreas Thaler ; Lisa Maria Wagner - Zeichnungen
Luftschacht Verlag (2020)

[32] Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 601888
ISBN 978-3-903081-47-5
9783903081475
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 4
Systematik: KK
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