Isadora

Mit ihrer Familie wanderte Isadora Duncan zu Beginn des 20. Jh. aus den USA nach Europa aus. Während ihren rastlosen Tourneen durch die Großstädte entwickelte sie ihre Ideen zum Ausdruckstanz. Mit ihren Solopartien sagte sie sich Isadora vom klassischen Ballett los und revolutionierte die Choreografien: barfuß, nur bekleidet mit antikisierenden Gewändern orientierte sie sich am griechischen Schönheitsideal und versuchte, die klassische Musik improvisierend zu beleben. Vom Publikum zunächst gefeiert und verehrt, fand sie im Privatleben keine Ruhe und verstrickte sich in Skandale. Duncans vielschichtigem Charakter gerecht zu werden, ist diese Graphic Novel sichtlich bemüht. Die Rast- und Ruhelosigkeit werden im Stakkato ihrer Ankünfte und der hektischen Aufbrüche vermittelt. Dabei wird der so entscheidenden Begegnung mit Rodin großer Raum gewährt. Dennoch bleibt das Psychogramm dieser Ausnahmetänzerin merkwürdig blass, wie überhaupt viele ihrer Bekanntschaften zeichnerisch wenig markante Züge tragen. Auch die so konventionelle grafische Umsetzung hat wenig mit der außerordentlichen Freiheitssehnsucht der Heldin gemein. Doch kann man positiv bewerten, dass das Zeitkolorit und das Panorama der kulturellen Glanzlichter der 1920er Jahre nachvollziehbar eingefangen werden.

Dominique Moldehn

Dominique Moldehn

rezensiert für den Borromäusverein.

Isadora

Isadora

Julie Birmant & Clément Oubrerie ; aus dem Französischen von Silv Bannenberg
Reprodukt (2020)

136 Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 601757
ISBN 978-3-95640-232-6
9783956402326
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Mu
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