Ein Mönch in Geiselhaft

Eine seltene Innenansicht des Islamischen Staates wie auch des Konfliktes, der den ganzen Nahen und Mittleren Osten, vor allem aber Syrien entzündet hat, bietet dieses bewegende Buch des syrisch-katholischen Mönches J. Mourad, der Ein Mönch in Geiselhaft mehrere Monate in der Geiselhaft des IS unvorstellbarer psychischer und physischer Gewalt ausgesetzt war, jedoch mit Hilfe gerade auch von Muslimen fliehen konnte. Mourads Bericht konfrontiert mit der Irrationalität eines Gewaltsystems, das die Terroristen in höchster innerer Unfreiheit gefangen hält, und stellt dem die befreiende Botschaft Jesu von der grenzenlosen Liebe und Gnade Gottes entgegen. Freilich musste Mourad diese Botschaft in seinem Kerker überhaupt erst entdecken. Er beschreibt seine Leidenszeit durch alle Glaubenszweifel hindurch als einen "großen Segen", weil sie ihn lehrte, wieder an die wundertätige Kraft des Gebetes zu glauben. Und so gipfelt dieses Buch nicht in einer Anklage des Islam, der tatsächlich die Gewalt religiös rechtfertige, sondern in einer Selbstanklage der westlichen Zivilisation, die Gott verloren und durch ihre Gier nach grenzenlosem Wohlstand ersetzt habe. In der weltweiten Ungerechtigkeit, die zu Gewalt und Gegengewalt führe, sei die Wurzel des Dritten Weltkrieges zu suchen, der im Nahen Osten schon begonnen habe und allein durch eine Rückbesinnung auf Christus, durch Gebet und Taten der Liebe zu stoppen sei.

Martin Niedermeier

Martin Niedermeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Ein Mönch in Geiselhaft

Ein Mönch in Geiselhaft

Jacques Mourad mit Amaury Guillem
Arete-Verl. (2019)

188 S. : Ill.
kt.

MedienNr.: 933848
ISBN 978-3-96423-019-5
9783964230195
ca. 18,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re, Ge
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