Berlin liegt im Osten

Mitten im Gewimmel des Berliner Stadtzentrums erinnert sich die Ich-Erzählerin, eine kaukasische Altenpflegerin, an ihre Kindheit und Jugend fernab von Berlin und an die Übersiedlung nach Deutschland. Zwischen Würstchen und Mohnsuppe, Berlin liegt im Osten die von ihrer Tochter Marina verabscheut werden, die sich vegetarisch ernährt, steigen Bilder in ihr hoch, die sie den Osten niemals vergessen lassen werden: das der dicken Lydia, die in ihrem dicken Busen Wurst für den Schwarzmarkthandel versteckt, das der Bibliothekarin Vera, die die Erzählerin zum ersten Mal mit Victor Hugo vertraut macht, Erinnerungen an den Tod des Vaters und den Umzug von Leningrad in eine kaukasische Stadt. Zwischendurch geben auch die an Denkmälern eingegrabenen Zitate Döblins Aufschluss über die Vergangenheit einer Stadt, die auf spektakuläre Weise Osten und Westen und damit das Schicksal vieler Menschen verbindet. Viele sind mit kleineren oder größeren Unternehmen gescheitert; andere haben dort ihr Glück gefunden. Tatsache aber ist, dass sie alle den Anschein erwecken, als hätten diese Menschen immer noch nicht ihr Ziel erreicht. - Ein Puzzle aus Erinnerungsstücken, das verschiedenste Sinneseindrücke und Gedanken miteinander verknüpft und sie zum Berlin der Erzählerin werden lässt. Auch schon für ältere Jugendliche zu empfehlen. (Nominiert für den Deutschen Buchpreis)

Clara Braun

Clara Braun

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Berlin liegt im Osten

Berlin liegt im Osten

Nellja Veremej
Jung und Jung (2013)

317 S.
fest geb.

MedienNr.: 575074
ISBN 978-3-99027-031-8
9783990270318
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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