16. Dezember


Augen zu und durch

Herman van Dusselen lebt allein in seinem Elternhaus in Bredeveld in den Niederlanden. Er ist Anfang 30 und ein Eigenbrötler, wie er im Buche steht. Schon als Kind fand er keine Kontakte, und um ihn zu schützen, sorgte die Mutter dafür, dass er Augen zu und durch zuhause allein spielte. Noch heute, die Eltern sind beide eines ungewöhnlichen Todes gestorben, findet er Beruhigung durch das Spiel mit seinen geliebten Murmeln, denen er eine heilende Wirkung zuspricht. Besonders stolz ist er über seine ausgefeilten Murmelbahn-Konstruktionen, bei deren Bau er schweren Gedanken entfliehen kann. Sein Onkel Frans kümmert sich um ihn, doch er ist sterbenskrank und allein das kündigt Veränderungen im eintönigen, auf Sicherheit bedachten Leben an. Eines Tages liegt im Briefkasten eine Einladung mit Freikarte zum naheliegenden Vergnügungspark. Herman wünschte sich schon als Kind, diesen Park zu besuchen. Die geschenkte Eintrittskarte lockt ihn aus dem Haus, hin zu der gefürchteten Achterbahn "Zyklop" und zu der Zuckerwatteverkäuferin Jeanette, die er gern näher kennenlernen würde. Dafür geht er an seine Grenzen, ja sogar darüber hinaus. - Diesen besonderen Menschen mit seiner kopflastigen, verunsicherten Art zu leben und zu denken ein Stück begleiten zu können, ist ein bereicherndes Leseerlebnis. Klug, empathisch und humorvoll geschrieben, ist der Roman für alle Büchereien bestens geeignet.

Gabriele Berberich

Gabriele Berberich

rezensiert für den Borromäusverein.

Augen zu und durch

Augen zu und durch

Nancy Olthoff ; aus dem Niederländischen von Steffen Haselbach
Droemer (2023)

253 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 613552
ISBN 978-3-426-28408-7
9783426284087
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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