Der undankbare Flüchtling

Wie fühlt es sich an, auf der Flucht zu sein, seine Heimat, seine Wurzeln, Familie, Freunde und letztlich seinen Stolz und seine Identität zu verlieren? Das weiß die im Iran geborene Autorin aus eigener Erfahrung. Als Kind war sie gemeinsam mit Der undankbare Flüchtling ihrer zum Christentum konvertierten Mutter und dem kleinen Bruder viele Monate auf der Flucht. Sie fasste zwar in den USA Fuß, studierte und konnte letztlich ein "erfolgreiches" Leben vorweisen. Doch die Zeit der Heimatlosigkeit hat ein Trauma hinterlassen, das nicht mehr verschwindet. Immer wieder zieht es sie in das Flüchtlingsheim im italienischen Barba, wo sie viele Monate verbrachte, verdammt zu warten und Dinge mit sich geschehen zu lassen, auf die man als Geflüchteter keinen Einfluss hat. Sie besucht Flüchtlingscamps in Griechenland, spricht mit den Menschen, erzählt ihre Geschichten, die, so unterschiedlich sie sind, sich doch auch immer gleichen: Entwurzelung, Warten, Annehmen von Almosen, Verlust der Würde, und die Erwartung der Umgebung, Dankbarkeit zeigen zu müssen. Das Thema ist und bleibt hochaktuell - unbedingt empfohlen!

Martina Häusler

Martina Häusler

rezensiert für den Borromäusverein.

Der undankbare Flüchtling

Der undankbare Flüchtling

Dina Nayeri ; aus dem Englischen von Yamin von Rauch
Kein & Aber (2020)

393 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 600391
ISBN 978-3-03-695822-4
9783036958224
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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