Nacht in Caracas

Adelaida Falcòn muss ihre an Krebs verstorbene Mutter beerdigen. Motorrad-Rowdys umzingeln die Trauergesellschaft. Im Beerdigungsinstitut regelt wegen der horrenden Inflation ein 50-Dollar-Schein alles. Wir befinden uns in Venezuela, Nacht in Caracas einem ökonomisch am Boden liegenden Land. Das Bankensystem funktioniert nicht mehr, im Krankenhaus fehlt es an allem, selbst Verbandsmull muss überteuert auf dem Schwarzmarkt erstanden werden. Stromausfall, Schüsse und Plünderungen sind an der Tagesordnung. Als Adelaida eines Tages nach Hause kommt, kann sie nicht mehr in ihre Wohnung, das Schloss wurde ausgetauscht. Eine Frauenmiliz hortet jetzt darin Waren und Lebensmittel, die in den Supermärkten fehlen. Adelaida flieht in die unverschlossene Nachbarwohnung. Dort findet sie Aurora Peralta, die Tochter einer Spanierin, tot am Boden. In ihr reift ein Plan ... - Atemlos verfolgt man die Geschichte der Heldin auf ihrer Flucht vor den Schlägertrupps des Systems. Die Journalistin Karina Sainz Borgo beschreibt in ihrem ersten Roman, der in über zwanzig Ländern erschienen ist, das reale Elend eines ins Chaos versinkenden Landes. Dabei spart sie das Grauen und Gewaltexzesse nicht aus. Unmittelbar und eindringlich, man liest wie im Sog.

Karin Blank

Karin Blank

rezensiert für den Borromäusverein.

Nacht in Caracas

Nacht in Caracas

Karina Sainz Borgo ; aus dem Spanischen von Susanne Lange
S. Fischer (2019)

220 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 598230
ISBN 978-3-10-397461-4
9783103974614
ca. 21,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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