Verity

Lowen, eine junge, scheue und bislang erfolglose Autorin, kann es kaum glauben: Der unglaublich attraktive Jeremy hat ausgerechnet sie ausgewählt, die Psychothriller seiner zum Pflegefall gewordenen Frau, der Starautorin Verity Crawford, zu Ende zu Verity schreiben. Trotz mancher Zweifel willigt sie ein, für eine Zeit in deren Haus zu leben, um für die Fortsetzungen zu recherchieren. Nicht nur die Nähe zu Jeremy verwirrt sie, sondern vielmehr Veritys Tagebuch, das sie findet und zu lesen beginnt. Das Grauen und Entsetzen über das, was sie liest, wird noch durch manch unheimliches Geschehnis im Haus verstärkt. Ständig stürzt sie (und sicher auch die Leser/-innen!) in neue Schreckens- und Angstzustände. Doch die Figuren und ihre (Liebes-) Beziehungen wirken irgendwie flach und berühren nicht wirklich. Colleen Hoover setzt vielmehr auf subtilen Horror: Vom grausamen Beginn an durchlebt der Leser ein Gefühl der Beklemmung und auch des Grauens, das nicht weichen will. Die Autorin versteht es meisterhaft, bis zum Schluss eine ständige Spannung zu erzeugen, zu schockieren und zu verwirren. So etwas wie Atempausen erfährt man eigentlich nur in den detailliert beschriebenen Sex-Szenen, die einen auf Dauer sogar fast langweilen könnten. Insgesamt ein regelrecht süchtig machender Thriller, den man, einmal begonnen, nicht mehr aus der Hand legen kann. Da er schon viele Leser/-innen absolut begeistert hat und sicher oft ausgeliehen wird, würde ich ihn allen Büchereien empfehlen.

Barbara Nüsgen-Schäfer

Barbara Nüsgen-Schäfer

rezensiert für den Borromäusverein.

Verity

Verity

Colleen Hoover ; aus dem amerikanischen Englisch von Katarina Ganslandt
bold (2020)

365 Seiten
kt.

MedienNr.: 944132
ISBN 978-3-423-23012-4
9783423230124
ca. 14,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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