Das Signal
Als Viola im Krankenhaus aufwacht, muss sie nicht nur verkraften, ihr linkes Bein verloren zu haben, sie hat auch keine Ahnung, wie es zu ihrem verheerenden Unfall im baufälligen Weinkeller ihres Hauses gekommen ist. Wieder zuhause sieht sie sich
mit einer Pflegerin konfrontiert, die sie wie ein unmündiges Kind, ja wie eine Gefangene behandelt, während ihr vermeintlich fürsorglicher Ehemann sich zunehmend in Widersprüche verstrickt. Viola ist zwar körperlich gehandicapt, aber ihr Gehirn funktioniert messerscharf und sie ist resistent gegen jede Form von psychologischer Manipulation. Sie bestellt online Mini-GPS-Tracker und stattet damit alles und jeden aus, dem sie misstraut. Ihr Plan funktioniert, und dabei findet sie nicht nur heraus, wer sie belügt und wem sie trauen kann, sondern auch, dass sie in Lebensgefahr schwebt. – Ursula Poznanski ist eine Meisterin der psychologischen Hochspannung und zeigt hier einmal mehr ihre Kunst. Besonders beeindruckend, wie präzise und handlungsunterstützend sie Violas medizinische Rehabilitations-Therapie nach ihrer Beinamputation in die Story eingebaut hat. Diesen „domestic noir“ vom Feinsten sollte sich keine Bücherei entgehen lassen.
Susanne Steufmehl
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Das Signal
Ursula Poznanski
Knaur (2026)
398 Seiten : Karten
fest geb.