Warum Seriengucken uns zu besseren Eltern macht

Jochen Till ist erfolgreicher Autor witzig-frecher Kinder- und Jugendbücher, Einzelkind, selbst kinderlos und Fan US-amerikanischer Serien, darunter etliche Sitcoms mit dem Schauplatz Familie. Diese nutzt er als Stichwortgeber zu Warum Seriengucken uns zu besseren Eltern macht 13 Themenkapiteln - von Essen, Schlafen und Sauberwerden über Hausaufgaben bis hin zu Liebeskummer, Coming-out und Drogen. Dazu plaudert er aus dem Nähkästchen seiner eigenen Kindheit, Jugend und Gegenwart und steuert mit oft schrägem bis schwarzem Humor Gedanken und Kommentare bei. Als Running Gag führt er dabei einen Dialog mit einer fiktiven Leserin, die auf seinen Rat hin ihren Vierjährigen in den Kühlschrank gesperrt hat, damit sie in Ruhe das Buch des Autors lesen kann. Um bei alldem auch ein paar praxistaugliche Erziehungstipps unter die Leute zu bringen, hat er mit Anke Precht eine Diplom-Psychologin und dreifache Mutter an der Seite, die er zu den jeweiligen Themen um Rat fragt und der er eröffnet: "Ich schreibe nur Blödsinn. Für die Ernsthaftigkeit in diesem Buch sind Sie zuständig" (S. 102). Diese inszenierten Telefongespräche machen etwa ein Drittel des Buches aus. Für Eltern (egal ob serienaffin oder nicht) mit Sinn für Satire eine entspannende Lektüre, die die Titelfrage offen lässt und sich nicht mit Medienpädagogik befasst, aber ansonsten den einen oder anderen nützlichen pädagogischen Hinweis abwirft.

Monika Graf

Monika Graf

rezensiert für den Borromäusverein.

Warum Seriengucken uns zu besseren Eltern macht

Warum Seriengucken uns zu besseren Eltern macht

Jochen Till
Trias (2019)

167 Seiten : Illustrationen
kt.

MedienNr.: 599296
ISBN 978-3-432-10885-8
9783432108858
ca. 14,99 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Pä
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