Tod zur Teestunde
Die Lektorin Susan Ryeland beendet ihren Aufenthalt in Kreta (zuletzt: „Der Tote aus Zimmer 12“: BP/mp 22/972) und kommt als freiberufliche Lektorin zurück nach London. Sie übernimmt eine heikle Aufgabe für einen kleinen Verlag. Eliot Crace,
der Enkel einer bekannten Kinderbuchautorin, hat einen Fortsetzungsroman zur erfolgreichen Atticus-Pünd-Reihe verfasst, nachdem der ursprüngliche Autor zu Tode kam. Der Privatdetektiv Atticus Pünd untersucht darin Mitte der 50er Jahre an der Cote d'Azur den Giftmord an seiner reichen Bekannten Lady Chalfont. Atticus Pünd ist ein Alter Ego von Hercule Poirot und Eliot Crace hat in seinem Roman die Geschichte seiner eigenen Familie verarbeitet. – Die ganze Roman-Reihe Reihe um Susann Ryeland ist eine Hommage an den klassischen englischen Kriminalroman mit feinen Seitenhieben auf das heutige Verlagsgeschäft. Das raffinierte Konzept des „Krimi im Krimi“ erfordert etwas Konzentration beim Lesen. Horowitz schreibt jedoch so flüssig-elegant und spannend, mit feinem britischem Humor, dass es trotzdem ein überaus unterhaltsames Lesevergnügen ist. Gerne empfohlen.
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Tod zur Teestunde
Anthony Horowitz ; aus dem Englischen von Lutz-W. Wolff
Insel Verlag (2025)
572 Seiten
fest geb.