Wir & ich

Die Vandersandens leben in einer kleinbürgerlichen Villensiedlung in Flandern. Stefaan hat in einem Pharma-Unternehmen Karriere gemacht und ist mit der reichen Mieke verheiratet, die sich genauso perfekt im Griff hat wie die Fransen Wir & ich ihrer Teppiche. Die brave Tochter Sarah lehnt sich als Teenager zunehmend gegen ihre überspannte Mutter auf und verachtet ihren apathischen Vater, der mit Problemen bei der Arbeit und dunklen Gedanken kämpft. Miekes Bruder Jempy, das schwarze Schaf der Familie und doch "der Einzige, der ein Rezept fürs Leben hat, das funktioniert", stört gelegentlich die Kreise der Vandersandens. Aber das, was die Kleinfamilie wirklich erschüttert, braut sich langsam zusammen ... - Der erste ins Deutsche übersetzte Roman der bekannten flämischen Autorin ist mit viel schwarzem Humor, frischen Bildern und kleinen "belgischen" Anspielungen gespickt. Die Handlung beginnt 1980 mit Sarahs Geburt, den meisten Platz nimmt jedoch das Jahr 1998 ein. Unterschiedliche Erzählperspektiven erlauben einen Blick hinter die Fassaden der Figuren. Durch den hohen Klischeeanteil gewinnt der Roman jedoch zu wenig Tiefe für seinen Umfang. Authentische Interaktionen und Entwicklung finden vor allem im letzten Kapitel (2013 in New York) statt, das den Leser mit der Frage entlässt, wie viel Familie im Blut liegt und ob man dem bzw. ihr entkommen kann. - Eher ab mittleren Beständen empfohlen. (Übers.: Isabel Hessel)

Barbara Sckell

Barbara Sckell

rezensiert für den Borromäusverein.

Wir & ich

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Saskia de Coster
Tropen (2016)

406 S.
fest geb.

MedienNr.: 584673
ISBN 978-3-608-50156-8
9783608501568
ca. 22,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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