Pater Brown Geschichten

G. K. Chesterton, der als brillanter Essayist, streitbarer Debattenredner und romantischer Lyriker reüssierte, hat hier seinem echten Glaubensvater ein literarisches Denkmal gesetzt, was seine Konversion zum katholischen Glauben 1922 vorwegnahm. "Ich Pater Brown Geschichten bin ein Mensch - und habe daher alle Teufel in meinem Herzen", bekennt Pater Brown ernst. Ja, weil dieser Seelsorger mit Leib und Seele als Vertreter "himmlischer" Gerechtigkeit alle Abgründe kennt und die Gedankengänge der Diebe, Mörder oder auch Geistesgestörten nachvollziehen kann, gelingt ihm die Lösung spektakulärer Fälle. Diese spielen sich ab vor dem Idyll spätviktorianisch-aristokratischer Szenerie, wie sie sich ja in den klischeegetränkten Stereotypen von Conan Doyle, Edgar Wallace oder Agatha Christie wiederfinden; das Zeitlose, das diese frühen "detective stories" widerspiegeln, ist aber die Psychologie liebens-, nie hassenswerter Charaktere und eine feine Ironie. Hinter den oft köstlichen Kriminalgeschichten steckt eine gute Portion britischen Humors und vor allem tiefgründiger Philosophie, die man nicht überlesen sollte. Die Geschichten stammen von 1911, die Übersetzung durch Hedwig Maria von Lama von 1920 - und doch vermögen Stil und Spannung, auch die feste Botschaft hinter den Schicksalen problemlos noch heutige Leser zu überzeugen. Ein Muss für alle Bestände!

Harald Grimm

Harald Grimm

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Pater Brown Geschichten

Pater Brown Geschichten

Gilbert Keith Chesterton
Marixverl. (2015)

188 S.
fest geb.

MedienNr.: 581792
ISBN 978-3-7374-0954-4
9783737409544
ca. 6,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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