Vom guten Tod

Keine Antwort auf die aktuelle Debatte um die Sterbehilfe, sondern nur eine kulturhistorische Sensibilisierung zum Thema "der gute Tod" möchte dieses Buch des Kunsthistorikers und Direktors des Kassler Museums für Sepulkral-Kultur, Vom guten Tod Reiner Sörries, sein. Es ist ein enorm weitgespannter Bogen, der sich hier dem Leser anbietet: von der Antike über die ars moriendi des Mittelalters, die Anweisungen für einen sanften und seligen Tod in der Reformation, die Formen der Todesbewältigung im Barock und der Aufklärung, über morbide Sehnsüchte im 19. Jh. bis hin zur Euthanasie der NS-Zeit und den modernen Autonomie-Vorstellungen, die jedem das Recht auf einen frei gewählten Tod geben wollen. Diese Vielfalt hätte eigentlich ein sehr umfangreiches Buch verlangt, doch der Verfasser belässt es bei Zusammenfassungen und überblickshaften Darstellungen und kommt ganz ohne einen großen Apparat an Fußnoten und Verweisen aus. Mag dieses Verfahren den einzelnen der hier behandelten Denker nicht gerecht werden und für notwendige Differenzierungen unempfänglich sein, so werden doch die groben Entwicklungslinien gut und allgemeinverständlich herausgearbeitet. So ist das Buch eine gute Anregung, über die kulturelle Seite des Sterbens auch in unserer Zeit nachzudenken.

Richard Niedermeier

Richard Niedermeier

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Vom guten Tod

Vom guten Tod

Reiner Sörries
Butzon & Bercker (2015)

191 S.
fest geb.

MedienNr.: 799140
ISBN 978-3-7666-1945-7
9783766619457
ca. 17,95 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Na, Ge
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