Ein dunkler Ort
Gerade erst wurde Nicole Schauer nach Dresden versetzt, aber richtig glücklich ist sie dann doch nicht damit. Dazu kommt, dass sie dem eigenbrötlerischen und psychisch offenbar nicht ganz gesunden Felix Bruch zugewiesen wird, mit dem sonst kaum jemand
im Team arbeiten will. Zusammen sollen sie nach einem Mädchen suchen, das aus einem Ortsteil am Stadtrand verschwand. Vor Jahren gab es am gleichen Ort schon mal einen fast identischen Fall und nun deutet alles darauf hin, dass die Lösung in einem alten, verlassenen Gehöft zu finden sein könnte. - Dieser Krimi vermag leider nicht zu überzeugen. Die Charaktere werden kaum greifbar, insbesondere Bruch nicht. Dazu wird der Plot allzu häufig von plötzlichen Eingebungen und Bauchgefühlen vorangetrieben, welche die Leser/-innen eher verwirren, als dass sie logisch nachvollziehbar wären. Zu schlechter Letzt scheint sich dann auch kein Lektorat länger mit der Vorlage auseinandergesetzt zu haben, denn sprachlich ist der Titel wahrlich keine Offenbarung. Die Anschaffung in KÖBs ist daher wohl alles in allem verzichtbar.
Thomas Oberholthaus
rezensiert für den Borromäusverein.
Ein dunkler Ort
Frank Goldammer
Wunderlich (2022)
Bruch
364 Seiten
kt.