Pixeltänzer

Elisabeth, kurz Beta, arbeitet in einem Berliner IT-Start-up, dessen Alltag von blumigen Anglizismen, kreativen Managementmethoden und motivierenden Teamevents geprägt ist. Über eine App gerät sie in Kontakt mit Toboggan, dessen Pixeltänzer Profilbild eine exzentrische Maske darstellt und dessen geheimnisvolles Auftreten sie fasziniert. Ihre Suche nach Hintergrundinformationen über die Maske verwickelt sie in einen intensiven Austausch mit Toboggan, der ihr die Geschichte von Lavinia, der jungen Künstlerin hinter der Maske, in Form von kleinen IT-Rätseln präsentiert. Während Beta immer tiefer in das Leben von Lavinia eintaucht, die zu Beginn des 20. Jh. aus ihrem bürgerlichen Leben ausbricht und künstlerische Konventionen zu sprengen versucht, beschließt Beta gemeinsam mit ihren Freunden, auch in ihrer Gegenwart etwas Unerwartetes und Absurdes zu unternehmen. - Obwohl sich Lavinias und Betas Lebensumstände grundsätzlich voneinander unterscheiden - hier die von Armut und Hunger geplagte Künstlerin der 1920er, dort die gutverdienende IT-Expertin aus der pulsierenden Start-up-Szene - verbindet die beiden Frauen ihr Drang nach Rebellion gegen ihre jeweilige Umgebung ebenso wie ihre künstlerische Veranlagung: während Lavinia Masken erschafft und Tänze choreographiert, gestaltet Beta ihre individuelle Kunst mithilfe eines 3D-Druckers. Ein gelungener Debütroman, zu empfehlen.

Marlene Knörr

Marlene Knörr

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Pixeltänzer

Pixeltänzer

Berit Glanz
Schöffling (2019)

250 S.
fest geb.

MedienNr.: 928796
ISBN 978-3-89561-192-6
9783895611926
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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