Der verschwundene Wal
Der elfjährige Rio hat in seinem Leben bereits mehr mitgemacht als andere Kinder in seinem Alter, da er für seine psychisch kranke Mutter häufig Verantwortung übernehmen muss. Als sie deshalb für einige Wochen ins Krankenhaus geht, muss Rio vorübergehend von London nach Kalifornien ziehen, um bei seiner Oma zu leben. Als er ein Bild seiner Mutter entdeckt, auf dem sie mit einem Wal zu sehen ist und sehr glücklich scheint, entschließt er sich dazu, den Wal namens Weißschnauze zu finden. Gemeinsam mit Marina - einem Mädchen aus dem Dorf, das er am Strand kennengelernt hat - und ihrem Vater, die mit ihrem Boot Waltouren anbieten, geht er auf Entdeckungstour. Als er zum ersten Mal einen Grauwal sieht, ist er zutiefst berührt von den sanften Wesen und entdeckt ungeahnte Talente. Durch die Begegnung gewinnt der in sich zurückgezogene Junge ein neues Selbstbewusstsein und mehr Lebensfreude. Als Weißschnauze schließlich in Gefahr gerät, steht für Rio fest, sie zu retten. Bei dieser abenteuerlichen Reise lernt er nicht nur viel über den Ozean und seine Bewohner, sondern auch über sich selbst. - Hannah Gold vermittelt Kindern mit ihrem Buch ein umfangreiches Wissen über Wale und schafft ein Bewusstsein dafür, wie wichtig es ist, diese Lebewesen zu schützen. Außerdem thematisiert sie auf sehr einfühlsame Weise das Thema psychische Erkrankungen. Die Autorin hat einen sehr berührenden, lehrreichen und unvergesslichen Roman geschaffen. Besonders hervorzuheben sind außerdem die wundervollen Illustrationen von Levi Pinfold. Auch für Erwachsene lesenswert.
Theresa Schaffer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der verschwundene Wal
Hannah Gold ; mit Illustrationen von Levi Pinfold ; aus dem Englischen von Sylke Hachmeister
von Hacht (2023)
283 Seiten : Illustrationen
fest geb.
Borromäus-Altersempfehlung: ab 10