Unverschämt katholisch sein

"Unverschämt katholisch sein" möchte Bernd Mönkebüscher, der seit 2007 als Pfarrer in Hamm wirkt. Doch geht das überhaupt? Darf man das in einer Kirche, in der man manche Dinge nur zurückhaltend äußern darf? Mönkebüscher Unverschämt katholisch sein ist überzeugt, dass man sogar "Unverschämt katholisch sein" muss, wenn man die Botschaft Jesu, das Evangelium, wirklich zu den Menschen bringen will. Deshalb benennt er die Themen, die vielen Gläubigen unter den Nägeln brennen, u.a.: Zölibat und Sexualmoral, die Rolle der Frau, Vertrauen und Verschweigen, auch die Frage nach Lebenswirklichkeit und Lehre. Viele dieser Themen wurden in den letzten Jahren bis zu Überdruss angesprochen - und wurden wegdiskutiert, ohne Lösung. Dass Mönkebüscher diese Themen aufgreift, hat sicher mit der bevorstehenden Amazonien-Synode zu tun und der Hoffnung, dass deren Ergebnisse endlich, endlich auch in Deutschland die Bischöfe dazu bringen, zu handeln. Es hat aber auch damit zu tun, dass Mönkebüscher im letzten Kapitel ein Tabu bricht und sich als homosexuell outet. In knappen Worten skizziert er seine Leidensgeschichte, die die Geschichte vieler homosexueller Menschen in der Kirche sein dürfte. Lesenswert, gleichwohl vermutlich nur für aufgeschlossene Leser*innen empfehlenswert.

Fabian Brand

Fabian Brand

rezensiert für den Borromäusverein.

Unverschämt katholisch sein

Unverschämt katholisch sein

Bernd Mönkebüscher
Echter (2019)

124 S.
kt.

MedienNr.: 930735
ISBN 978-3-429-05413-7
9783429054137
ca. 9,90 € Preis ohne Gewähr
Systematik: Re
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