Der schwarze Wolf
Der kanadische Vizepremier Marcus Lauzon sitzt zwar im Hochsicherheitsgefängnis. Aber die Ermittlergruppe um Chief Inspector Armand Gamache, seinem Schwiegersohn Beauvoir und Isabelle Lacoste ist sich nicht sicher, ob die Verschwörung um die Vergiftung
des Trinkwassers für Montreal tatsächlich bereits vorbei ist (siehe „Der graue Wolf“, BP/mp 25/708). Sie graben weiter und stoßen auf einen perfiden Plan, der sich gegen die Unabhängigkeit Kanadas richtet. Die Macht von Social Media, Manipulation der öffentlichen Meinung, das Zusammenwirken von Sicherheitsorganen und organisiertem Verbrechen beschwören ein apokalyptisches Szenario herauf, das erstaunlicherweise angesichts der aktuellen weltpolitischen Lage gar nicht mehr so unrealistisch erscheint. – Es handelt sich um die passgenaue Fortsetzung des 19. Bandes „Der graue Wolf“, ohne dessen Kenntnis die Lektüre weniger Spaß macht. Zum 20. Mal entpuppt sich das idyllische Örtchen „Three Pines“ als Zufluchtsort vor der bösen Welt. Die Wendungen in der Handlung sind oft recht abrupt, wer Feind, wer Freund ist, ist immer wieder unklar, die „Action-Szenen“ scheinen teilweise ziemlich unrealistisch. Aber: die Wirklichkeit hat teilweise die Handlung schon überholt. Für alle Fans der Serie empfohlen, für „Neueinsteiger“ nicht sinnvoll.
Marion Sedelmayer
rezensiert für den Sankt Michaelsbund.
Der schwarze Wolf
Louise Penny ; aus dem kanadischen Englisch von Andrea Stumpf und [einer weiteren]
Kampa Verlag (2025)
512 Seiten
fest geb.