Ein eiskalter Fisch

Mit den Worten "Heute war der schönste Tag in meinem Leben. Heute ist Onno gestorben." beginnt die Geschichte und irritiert sofort. Wer ist Onno und warum musste er sterben? Und wieso ist genau dies der schönste Tag im Ein eiskalter Fisch Leben des kindlichen Ich-Erzählers? Es macht neugierig auf die Geschichte hinter der Geschichte. "Selbst Papa, der es sonst nicht so mit der Gefühlsduselei hat, musste weinen ..." und überrascht seinen Sohn mit einer Umarmung. Papa scheint sich überhaupt nach langer Zeit mal wieder seinen Gefühlen hinzugeben. Sehr zur Freude des kleinen Protagonisten, "der schon so ein Kuscheltyp ist". In dieser Geschichte um einen toten, eiskalten Fisch steckt so viel mehr: ein Elternpaar, das sich offensichtlich häufiger streitet und eine Mama, die öfter mal das Haus verlässt. Aber: "Mama kommt immer wieder." Der Tod des schuppigen Haustiers als Katalysator für einen Gefühlsstau. Onno ist hier nicht der einzige kalte Fisch ... Die kindlichen Rückschlüsse auf das Verhalten Papas sind einzigartig. Wunderbar gelöst! Das akribische Vorbereiten sowie die Beerdigungszeremonie selbst geben der Geschichte den letzten Kick.- Aus der Ich-Perspektive des Sohnes in einer unverblümt authentischen Sprachwahl erzählt, handelt dieses tolle Buch vom familiären Miteinander, von Zuneigung und Wohlfühlen.

Anja Kuypers

Anja Kuypers

rezensiert für den Borromäusverein.

Ein eiskalter Fisch

Ein eiskalter Fisch

Frauke Angel ; Elisabeth Kihßl [Illustrationen]
Tyrolia-Verlag (2020)

[32] Seiten : farbig
fest geb.

MedienNr.: 600788
ISBN 978-3-7022-3842-1
9783702238421
ca. 16,95 € Preis ohne Gewähr

Borromäus-Altersempfehlung: ab 4
Systematik: KK
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