Schutzzone

Selbst die größten menschlichen Tragödien erleben und dennoch weiterleben - das ist Miras Schicksal. Für die UNO hat sie in New York und in Burundi gearbeitet. Als dort Tag für Tag Menschen abgeschlachtet wurden, war sie als Beobachterin Schutzzone vor Ort. Zur gleichen Zeit lässt man sich mit Kurierdiensten feine Weine kommen und diniert mit dubiosen Machthabern. Nun ist sie in Genf und soll nach Jahrzehnten den Frieden auf Zypern verhandeln. Man trifft sich in exquisiten Hotels und berät über das Schicksal des zweigeteilten Landes. In Genf trifft sie auch Milan wieder. Vor Jahrzehnten hat Mira einmal bei Milans Familie gelebt, er war so etwas wie ein großer Bruder für sie. Doch nun fühlt sie sich magisch angezogen vom ihm. Er ist inzwischen verheiratet und hat ein Kind, doch das verhindert nicht die Affäre zwischen den beiden. Miras Leben ist alles andere als stabil und die diversen "Wahrheitskommissionen" zur Aufarbeitung von Genoziden sind eher amüsante Runden unter Bekannten. Nora Bossongs Roman wagt einen verstörenden Blick hinter die Kulissen der internationalen Diplomatie. Manches scheint hier schierer Selbstzweck vor wechselnden Hintergründen zu sein. Nicht immer wird klar, was Miras Erlebnisse sind und wann sie wahnhafte Träume erlebt. Der Roman war für den Deutschen Buchpreis 2019 (Longlist) nominiert und wird von Constanze Becker ungekürzt gelesen. Für ein literarisch interessiertes Publikum zu empfehlen.

Felix Stenert

Felix Stenert

rezensiert für den Borromäusverein.

Schutzzone

Schutzzone

Nora Bossong ; mit Constanze Becker
Der Audio Verlag

8 CDs (circa 577 min)
CD

MedienNr.: 599152
ISBN 978-3-7424-1139-6
9783742411396
ca. 24,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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