Die Wahnsinnige

Spanien, zu Beginn des 16. Jh. Als Thronerbin erweist sich Johannna, die Tochter von Isabella von Kastilien, als ungeeignet: Schon als Kind ist sie entsetzt, dass auf Befehl ihrer Eltern Menschen gefoltert und ermordet werden, weil Die Wahnsinnige sie "ungläubig" sind. Sie weigert sich, in die Messe zu gehen und zu beichten - und bei ihrer Familie stößt sie auf Unverständnis, weil sie ihren aus Dynastiegründen zugewiesenen Ehemann, Philipp den Schönen, liebt und wegen seiner Seitensprünge aufbegehrt. Sie sehnt sich nach ihren Kindern, als Philipp mit ihnen in seine Heimat zieht, um dort die Regierungsgeschäfte zu übernehmen, während sie schwanger zurückbleibt. Ihre Mutter umgibt sie mit Geistlichen, um sie zur Beichte zu zwingen und aus ihr eine würdige Erbin der Krone zu formen. Doch Johanna will Frieden unter den Menschen, Liebe in Ehe und Familie und soziale Gerechtigkeit. Wie wahnsinnig war Johanna "die Wahnsinnige" tatsächlich? Dieser Frage geht von Lange in diesem Roman nach. Aus heutiger Sicht war Johanna wahrscheinlich intelligent und emanzipiert. Ein Roman, der die kritische historische Betrachtung der Zeit in den Vordergrund stellt und nicht in übliche Klischees historischer Romane verfällt. Hinzu kommen glaubwürdig gezeichnete Figuren und ein spannender Plot.

Adelgundis Hovestadt

Adelgundis Hovestadt

rezensiert für den Borromäusverein.

Die Wahnsinnige

Die Wahnsinnige

Alexa Hennig von Lange
Dumont (2020)

207 Seiten
fest geb.

MedienNr.: 601900
ISBN 978-3-8321-8127-7
9783832181277
ca. 20,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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