Herr aller Dinge

Es begann mit einem gewöhnlichen Abend, an dem Hiroshi plötzlich ein fremdes Mädchen bei sich im Garten stehen sah. Schnell findet er heraus, dass es sich dabei um die Tochter des französischen Botschafters handelt, und damit ist Herr aller Dinge der Umgang mit ihr, laut seiner Mutter, einer einfachen Hausangestellten, verboten. Doch weder Hiroshi noch Charlotte scheren sich viel um Verbote, auch, wenn ihre Freundschaft immer wieder an Grenzen, nämlich an Standesgrenzen stößt. Seither gärt es in Hiroshi, der einen Weg finden will, wie man die Unterschiede zwischen Arm und Reich ausmerzen kann, einen Weg, wie jeder reich sein kann. Als Charlotte nach einem Zwischenfall auf einem Ausflug mit Hiroshi zu einem merkwürdigen, alten Artefakt plötzlich verschwunden ist, setzt Hiroshi in der Schule, im Studium und danach all seinen Ehrgeiz daran, diesen Traum vom allgemeinen Reichtum zu verwirklichen. Bald hat er die Lösung gefunden, doch die ist ebenso genial wie gefährlich, ebenso Segen wie auch Fluch ... - Mitreißend, schlüssig und einfallsreich beschreibt Eschbach die Bestrebungen eines zielstrebigen Wissenschaftlers, der mit seinem Wissen die Welt besser machen will. Diesen sowie auch Charlotte zeichnet er dabei sehr plastisch, verzichtet auf eine rührselige Liebesgeschichte und entwickelt dagegen zwei verschiedene Handlungsstränge, zwei Lebenslinien, die sich immer wieder kreuzen. Die physikalischen Erklärungen sind dabei gut nachzuvollziehen und so verlockend die Idee, die der Protagonist entwickelt, auch ist, so sehr lässt die Geschichte den Leser zugleich in Staunen und Ehrfurcht vor jenen Geistern, die er rief, begierig jede Seite verschlingen.

Sonja Schmid

Sonja Schmid

rezensiert für den Sankt Michaelsbund.

Herr aller Dinge

Herr aller Dinge

Andreas Eschbach
Lübbe (2011)

687 S.
fest geb.

MedienNr.: 350138
ISBN 978-3-7857-2429-3
9783785724293
ca. 22,00 € Preis ohne Gewähr
Systematik: SL
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